Reparieren statt neu kaufen

Was tun, wenn die Waschmaschine das Wasser nicht mehr abpumpt, das Display vom Smartphone zersprungen ist oder die fast neue Hose ein Loch hat? „Reparieren“ wäre die nahe liegende Antwort. „Wegwerfen“ ist hingegen die viel beobachtete Realität. Gerade bei Textilien und Elektro- und Elektronikgeräte ist aber aus Umweltsicht eine Reparatur so gut wie immer sinnvoll. Dass sie nicht durchgeführt wird, liegt häufig, aber nicht nur an finanziellen Gründen.

Ist an der Jacke zum Beispiel nur der Reißverschluss kaputt oder fehlen die Knöpfe am Hemd, lassen sich die Kleidungsstücke mit wenig Materialeinsatz und geringem Aufwand wiederherstellen. Auch kleine Defekte an der Waschmaschine wie undichte Stellen an alten Dichtungen oder falsch angeschlossene Schläuche können in der Regel leicht selbst repariert werden. Außer dem Geldbeutel wird dadurch auch die Umwelt geschont.

Neue Kleidung aus Baumwolle zu produzieren, erfordert zum Beispiel große Wassermengen. Die Herstellung von Elektro- und Elektronikgeräten ist mit einem enormen Ressourcen- und Energieeinsatz verbunden. Zudem produzieren sie viel Elektroschrott. Darin enthalten sind u. a. wertvolle Rohstoffe wie Kupfer und Gold, die selbst bei sachgerechter Entsorgung nicht vollständig zurückgewonnen werden. Trotzdem landen viele Produkte vorzeitig auf dem Müll. Zum Beispiel, wenn die Arbeitskosten einer Reparatur zu hoch sind. Einen Föhn oder eine Steckerleiste einmal zu reparieren ist genauso teuer wie ein neues Gerät zu kaufen, obwohl zum Beispiel nur ein Bruchteil des Materials benötigt wird. Weitere Gründe für einen Neukauf sind ein hoher und dadurch ineffizienter Reparaturaufwand. Zum Beispiel, wenn die Transportwege zur Werkstatt sehr weit, die Ersatzteile sehr teuer sind.   

In Einzelfällen ist es ökologisch sinnvoll, alte Elektrogeräte auszutauschen statt zu reparieren. Das ist der Fall, wenn die Nutzungsphase von Produkten sehr umweltrelevant ist und gleichzeitig der technische Fortschritt bei den Neugeräten sehr groß ist. Hat zum Beispiel die kaputte Spülmaschine die Energieeffizienzklasse C, macht es Sinn, sie durch eine neue Spülmaschine die Energieeffizienzklasse A+++ bzw. der neuen B auszutauschen, da diese im Wasser- und Energieverbrauch viel sparsamer ist. Einen Überblick, wann sich ein Austausch von Altgeräten in Ausnahmefällen lohnt, zeigt die Grafik des Öko-Instituts.  

Wann sich ein Austausch lohnt
© Öko-Institut e.V.

 

Selbst reparieren  

In den letzten Jahren sind einige Initiativen und Plattformen entstanden, die Unterstützung bei der Selbstreparatur anbieten oder bei der Suche nach einer Werkstatt helfen.  

In selbstorganisierten Repair Cafés können vom Elektrohaushaltsgerät über Smartphone bis hin zum Fahrrad, Kleinmöbeln und Textilien fast alles repariert werden. Was sie besonders attraktiv macht, dass jede*r das defekte Gerät gemeinsam mit versierten Hobbyhandwerkern gemeinsam reparieren kann. Häufig gibt es im Repair Café auch passende Ersatzteile.

Die Service-Plattform kaputt.de vernetzt Besitzer*innen defekter Geräte untereinander oder mit geeigneten Reparaturdiensten vor Ort, organisiert Reparatur-Cafes und betreibt einen Shop für Handyersatzteile.