Faktenwissen
- Fakt 1: Je wohlhabender, desto höhere CO2-Emissionen
- Fakt 2: Ärmere sind stärker von der Klimakrise betroffen – nicht nur global
- Fakt 3: Die Menschen wünschen sich eine soziale und ökologische Wirtschaft
Die Emissionen sind zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens stark ungleich verteilt (siehe Konsum und Lebensweisen im globalen Kontext), deutliche Unterschiede zeigen sich aber auch innerhalb von Staaten. Im globalen Durchschnitt werden 6,6 Tonnen CO2-Äquivalente (im Folgenden CO2) pro Jahr und Person emittiert. Schauen wir uns die Daten jedoch genauer an und unterscheiden zum Beispiel nach dem Einkommen von Personen und der globalen Verteilung, erkennen wir eine große Varianz. In dem Diagramm wird deutlich, dass die Hälfte der Weltbevölkerung 2019 nur 1,6 Tonnen CO2 pro Person und Jahr emittiert hat und die mittlere Einkommensgruppe 6,6 Tonnen. Die oberen 10 Prozent verursachten 31 Tonnen.
Auch die Varianz innerhalb der oberen Einkommensgruppe ist erheblich. Werden die Top 10 Prozent noch mal aufgeteilt auf die Top 1 Prozent, 0,1 Prozent und 0,01 Prozent lässt sich feststellen, dass das reichste Prozent 110 Tonnen emittiert, die reichsten 0,1 Prozent 467 Tonnen und die reichsten 0,01 Prozent 2531 Tonnen pro Jahr.
Diese unterschiedlich hohen Emissionen entsprechend der Höhe des Einkommens und Vermögens existieren auch innerhalb Deutschlands (mehr dazu unter: Geld).
Wie kommen die hohen Emissionen zustande? Teure Statusobjekte und ein expansiver Lebensstil sind ressourcen- und energieintensiv (hohes Mobilitätsaufkommen, Fern- und Flugreisen, große Autos, mehrere Wohnungen, Luxusgüter, spezielle Freizeitaktivitäten). Privatjets und Yachten sind bei den allerreichsten Personen eine sehr hohe Quelle von Emissionen. Die Studie Climate Equality von Oxfam weist 2023 darauf hin, dass auch hohe Investitionen in CO2-intensive Industrien zur Summe der Emissionen beitragen, Besitzstrukturen festigen und Einfluss auf globale wirtschaftliche Entscheidungen haben. In ihrer Studie von 2020 fand Oxfam lediglich einen Milliardär, der in erneuerbare Energien investiert.
Der Blick auf die besonders Reichen soll dabei nicht darüber hinwegtäuschen, dass 50 Prozent der Deutschen global gesehen zu den oberen 10 Prozent gehören (siehe „Kritisch nachgefragt: Wenn die Reichen das Klima zerstören, …“).
Die Klimakrise ist eine gesellschaftliche Herausforderung, von der alle Länder und Menschen weltweit betroffen sind. Bei genauerer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass nicht alle Menschen gleichermaßen die Auswirkungen des Klimawandels spüren.
Viele Länder des Globalen Südens sind aufgrund ihrer geografischen Lage (Küstenregionen, Orte mit hohen Temperaturen, Dürren) stärker von der Klimakrise betroffen. Verfügen die Menschen über geringe finanzielle Reserven, können für uns selbstverständliche Anpassungsmaßnahmen wie Klimaanlagen, Lebensmittelimporte aus anderen Ländern und effiziente Bewässerungssysteme unerschwinglich sein. Die Abbildung zeigt die Abnahme der landwirtschaftlichen Produktivität zwischen 1961 und 2015 aufgrund des menschengemachten Klimawandels. Die Studie zeigte auch auf, dass ärmere und reichere Regionen von den Folgen zunehmend ungleich betroffen sind. Ist die Beschäftigungsrate in der Landwirtschaft sehr hoch, sind die Regionen doppelt belastet.
Wohnlage: Ungleiche Betroffenheit auch in Deutschland
In deutschen Städten zeigt sich: Wer wenig verdient, wohnt oft dort, wo es im Sommer am heißesten wird. Günstige Mieten finden sich häufig in dicht bebauten Vierteln mit viel Verkehr, wenig Grün und kaum kühlender Frischluft – wie etwa entlang stark befahrener Straßen.
In München etwa leben einkommensschwache Haushalte seltener in der Nähe der Isar oder großer Parks, die für ein angenehmes Mikroklima sorgen. Hitze, Lärm und schlechte Luft belasten sie stärker. Gleichzeitig fehlen oft die Mittel, um sich wirksam zu schützen: Klimageräte, Urlaub in kühleren Regionen oder sogar ein Umzug in bessere Lagen sind für viele keine Option.
Die Mehrheit der Menschen in Deutschland wünscht sich eine Wirtschaft, die sowohl sozial als auch ökologisch handelt. Die Umweltbewusstseinsstudie aus dem Jahr 2022 zeigt: 90 Prozent der Befragten unterstützen politische Maßnahmen für einen ökologischen Umbau – also eine Anpassung von Konsum, Produktion und Lebensweise an die planetaren Grenzen. Besonders ausgeprägt ist die Zustimmung bei jüngeren Menschen und Stadtbewohner*innen. In ländlichen Regionen und Ostdeutschland fällt die Unterstützung dagegen etwas geringer aus. Hier spielen historische Erfahrungen, etwa aus der Wiedervereinigung, und die andere Lebensrealität auf dem Land eine Rolle.
Zwar befürworten 90 Prozent der Befragten einen ökologischen Umbau der Wirtschaft – doch viele verbinden damit auch konkrete Sorgen: 38 Prozent fürchten einen sozialen Abstieg, vor allem wegen steigender Lebenshaltungskosten (81 Prozent).
Drei Viertel der Studienteilnehmenden erwarten zudem, dass sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter vergrößert. Die Umweltbewusstseinsstudie 2022 kommt daher zu einem klaren Fazit: Soziale Gerechtigkeit ist der Schlüssel für die Akzeptanz des Wandels. Nur wenn der Umbau fair gestaltet wird, kann er auf Dauer gelingen.
Kritisch Nachgedacht
- „Wenn die Reichen das Klima zerstören, warum sollte ich dann nachhaltig leben?“
- „Warum sollte Deutschland in Klimaschutz investieren, wenn China neue Kohlekraftwerke baut?“
- „Klimaschutz gefährdet Deutschlands Wohlstand!“
Solange wohlhabende Menschen im Privatflieger um die Welt jetten und klimaschädlichen Luxus konsumieren, finden viele Menschen es unfair, dass sie mehr Geld für nachhaltige Produkte ausgeben oder auf einen Urlaubsflug verzichten sollen.
Tatsächlich verursachen reiche Menschen einen vielfach höheren CO2-Fußabdruck als Menschen mit mittlerem und geringem Einkommen. Ansätze wie die Besteuerung von Luxusgütern oder die Begrenzung ressourcenintensiver Produkte stehen noch am Anfang. Sie können aber ein wirksamer Hebel sein, um z.B. Förderprogramme für einkommensschwächere Haushalte zu finanzieren.
Doch das Problem reicht weiter: Auch der als „normal“ empfundene Konsum der mittleren und oberen Mittelschicht in Industrieländern wie Deutschland liegt weit über dem globalen Durchschnitt. Die gut situierte Hälfte der deutschen Bevölkerung zählt bereits zu den reichsten 10 Prozent weltweit – und diese 10 Prozent waren 2019 für knapp die Hälfte aller globalen Emissionen verantwortlich (Oxfam 2023; WIL 2021). Es reicht also nicht, nur auf die sehr Reichen zu zeigen. Auch der Ressourcenbedarf der breiteren Mittelschicht treibt die Klimakrise voran.
Das wirft eine grundsätzliche Frage auf: Wollen wir eine Gesellschaft sein, die Verantwortung bei anderen sucht oder eine, die gemeinsam Lösungen gestaltet? Klimaschutz gelingt nur, wenn wir uns nicht in Schuldzuweisungen verlieren, sondern unser eigenes Handeln kritisch hinterfragen.
Deshalb denken wir: Die besonders Reichen tragen eine hohe Verantwortung für die globalen Emissionen, doch auch die Lebensweise der Mittelschichten in den Industrieländern überschreitet die planetaren Grenzen deutlich. Um nachhaltiges Handeln zu ermöglichen, braucht es: politische Rahmenbedingungen, finanzielle Anreize und Angebote und einen kulturellen Wandel.
Nicht selten wird in Frage gestellt, was es bringt, wenn sich Deutschland mit einem Beitrag von weniger als 2 Prozent der globalen Emissionen für mehr Klimaschutz einsetzt, während beispielsweise in China fast 30 Prozent der Emissionen entstehen. Die anderen Länder sollten erstmal nachziehen, Deutschland habe schon genug für den Klimaschutz getan, wird häufig hinzugefügt.
China ist 2024 mit 14,11 Milliarden Tonnen der weltweit größte CO2-Emittent – ein Ergebnis des rasanten Wirtschaftswachstums und der nachholenden Entwicklung in den letzten 30 Jahren. Doch der reine Vergleich der Gesamtemissionen ist nicht aussagekräftig, da er die Bevölkerungsgröße außer Acht lässt. Aufschlussreicher ist der Vergleich der Emissionen pro Kopf (konsumbasiert). Hier zeigt sich, dass Deutschland mit rund 9 Tonnen pro Person mehr als China mit 7,6 Tonnen pro Kopf emittiert (Stand 2025; Quelle: Global Carbon Budget, ourworldindata).
Drei Gründe, warum Deutschland weiterhin besondere Verantwortung trägt
1.Völkerrechtliche Verpflichtungen
Deutschland hat das Paris-Abkommen 2015 ratifiziert und sich damit völkerrechtlich bindend zur Senkung der Emissionen verpflichtet. Das nationale Ziel der Klimaneutralität bis 2045 ist im Klimaschutzgesetz verankert, die EU strebt bis 2050 Treibhausgasneutralität an. Gesetzlich geregelt sind die Ziele und Maßnahmen im EU-Klimagesetz.
2. Globale Vorreiterrolle
Zwar sinken die Emissionen in Deutschland und der EU, während sie z.B. in China und Indien noch steigen – doch das liegt auch daran, dass China und Indien ihre Wirtschaft weiter ausbauen, während Deutschland bereits seit langem eine hochindustrialisierte Volkswirtschaft ist. Dennoch baut China die Erneuerbaren Energien massiv aus und will bis 2060 klimaneutral werden, nur 15 Jahre nach Deutschland. Bereits jetzt liegt die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien in China bei 34 Prozent (ourworldindata).
3. Historische Verantwortung
Seit Beginn der Industrialisierung (1750) gehört Deutschland zu den vier größten Verursachern von Treibhausgasen. Die historischen Emissionen der Industrieländer sind Haupttreiber der heutigen Klimakrise – und damit auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit.
Deshalb denken wir: Der Klimawandel ist ein globales Phänomen und es braucht vor allem seitens der wichtigsten Verursacher, also in Industrieländern und aufstrebenden Ländern, ambitionierte Klimaschutzziele. Das Argument „Aber China …“ wird oft als Verzögerungstaktik eingesetzt, um selber weniger Anstrengungen zu unternehmen. Diese Verantwortungsverschiebung verschärft die Klimakrise aber nur.
Der Übergang zu einer Green Economy ist keine Bedrohung, sondern eine Chance. Vier Gründe, warum nachhaltige Wirtschaft den Wohlstand sichert und stärkt:
- Grüne Zukunftsmärkte wachsen: GreenTech Leitmärkte sind Bereiche der Wirtschaft, die in besonderem Maße zu Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz beitragen. Es gibt sieben Leitmärkte, davon tragen vier besonders zum wirtschaftlichen Wachstum und Beschäftigung bei: Energieeffizienz, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Potenzialabschätzungen zufolge wird sich die globale Bruttowertschöpfung der GreenTech-Branche von 1,02 Billionen Euro im Jahr 2022 auf 4,1 Billionen Euro im Jahr 2045 erhöhen. Deutschland gehört heute – auch wegen seiner ambitionierten Umwelt- und Klimapolitik - zu den weltweit führenden Anbietern von GreenTech Produkten und Dienstleistungen.
- Umweltschutz schafft Arbeitsplätze: Ambitionierte Umweltziele bringen neue Arbeitsplätze: Allein im Bereich erneuerbarer Energien stieg die Beschäftigung von 2020 bis 2022 um 11 Prozent. Auch Energieeffizienz und Recycling bieten großes Potenzial. Die Zahl der Erwerbstätigen in der deutschen GreenTech-Branche wächst seit 2010 stärker als in der Gesamtwirtschaft. Im Jahr 2023 waren 3,4 Millionen Erwerbstätige in der Branche beschäftigt – etwa dreimal so viel wie in der Automobilindustrie.
- Umweltschutz spart Kosten und macht Standorte attraktiv: Saubere Luft, intakte Ökosysteme und eine stabile Klimabilanz reduzieren umweltbedingte Gesundheitsschäden, Ernteausfälle und Infrastrukturkosten. Zudem zieht eine hohe Umweltqualität Fachkräfte an – ein entscheidender Standortvorteil.
- Unterlassener Umweltschutz verursacht Kosten: Umweltbelastungen verursachen hohe gesellschaftliche Kosten, zum Beispiel durch umweltbedingte Gesundheits- und Materialschäden, Ernteausfälle oder Schäden an Ökosystemen. Im Jahr 2022 betrugen die Umweltkosten in den Bereichen Straßenverkehr, Strom- und Wärmeerzeugung mindestens 301 Milliarden Euro. Eine ambitionierte Umweltpolitik senkt diese Kosten und entlastet damit die Gesellschaft.
Deshalb denken wir: Der Umbau zu einer „grünen“ Wirtschaft modernisiert die deutsche Wirtschaft, schafft neue Beschäftigungsfelder und baut Deutschlands Vorreiterrolle aus. Wird der Umbau ignoriert, werden Klimaschäden, wirtschaftlicher Rückstand, höhere Preise und sinkende Lebensqualität riskiert.
Konsum und Wirtschaftsweisen im globalen Kontext
Ein Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Der bisherige Klimawandel ist Ergebnis der Wirtschafts- und Lebensweise vor allem in früh industrialisierten, also westlichen Staaten. Ihr Ursprung liegt im 18. Jahrhundert, als Europa mit der industriellen Revolution einen beispiellosen Wohlstandsaufschwung erlebte. Dieser Wandel veränderte die gesamte Gesellschaft und brachte Wohlstand für einige. Möglich war er jedoch aufgrund globaler Machtstrukturen, die sich in den Jahrhunderten stark verändert haben, aber auch heute noch wirken. Der Deutsche Ethikrat formuliert die historische Verwobenheit in einem Gutachten zur Klimagerechtigkeit von 2024 so:
„Die Geschichte des Globalen Nordens ist untrennbar mit der teilweise bis heute andauernden imperialistischen Kolonialisierung, Unterdrückung und Ausbeutung des Globalen Südens verwoben.“
Kolonialismus und die industrielle Revolution
Vier Entwicklungen waren für die industrielle Revolution relevant:
- Technischer Fortschritt wie der mechanische Webstuhl und die Dampfmaschine revolutionierten die Produktion.
- Die Dampflokomotive veränderte Mobilität und Handel grundlegend: Rohstoffe und Waren konnten nun massenhaft transportiert werden.
- Kohle wurde zum Energieträger der neuen Zeit – und legte den Grundstein für die fossile Wirtschaft.
- Billige Rohstoffe und Arbeitskräfte aus den Kolonien (Lateinamerika, Afrika) trieben die Produktion an: Kaffee, Kakao, Zucker, Tabak und Baumwolle wurden für die europäische Bevölkerung erschwinglich.
Vor allem das Bürgertum – eine neue soziale Schicht - profitierte von der Industrialisierung. Wie in der Abbildung deutlich wird, stiegen die Emissionen in Deutschland mit Beginn der industriellen Revolution. Ende des Zweiten Weltkriegs setzte sich in Deutschland die Massenproduktion (Fordismus) durch und sorgte für erschwingliche Konsumgüter für die breite Bevölkerung. Parallel dazu stiegen auch die Emissionen in Deutschland und blieben bis 1990 auf hohem Niveau.
Die Geschichte des Globalen Nordens bringt Verantwortung mit sich, den Folgen der Klimakrise entgegenzuwirken, sie abzuschwächen und nachhaltige Pfade einzuschlagen.
Aktuelle und künftige Entwicklung
In den letzten 20 Jahren verzeichnen viele Länder des Globalen Südens (Lateinamerika, Afrika, Asien) deutlich höhere Wachstumsraten als Europa. Millionen Menschen steigen in die Mittelschicht auf – mit direkten Folgen für Konsum und Klima: Allein in Indien wuchs die Mittelschicht zwischen 2015 und 2020 um 83 Millionen Menschen (so viele wie Deutschland Einwohner*innen hat). Bis 2030 könnte sie sich auf 715 Millionen verdoppeln. Dieser wirtschaftliche Aufschwung geht einher mit einem steigenden Ressourcenverbrauch und höheren Emissionen.
Der wachsende Wohlstand zeigt sich in konkreten Zahlen: Seit den 1990er Jahren steigt zum Beispiel die Anzahl der Flugpassagiere weltweit kontinuierlich.
Die globale Sättigung an Konsumgütern ist also längst nicht erreicht. Trotz des deutlichen Zubaus erneuerbarer Energien weltweit steigen die globalen Emissionen 2024 auf einen neuen Spitzenwert. Aufstrebende Länder haben noch nicht das Konsumniveau westlicher Staaten erreicht. Der Ethikrat plädiert dafür, zwischen der aufholenden Entwicklung von Ländern des Globalen Südens und dem weiterhin steigendem Konsum der Industrieländer zu unterscheiden:
„Menschen in allen Ländern verdienen gleiche Chancen auf ein gutes, gelingendes Leben und müssen entsprechende Schwellenwerte erreichen können. Auch hier sind zunächst diejenigen zu bevorzugen, die noch am weitesten davon entfernt sind.“
Die Entwicklungen in China und Indien entbindet westliche Staaten nicht von ihrer Verantwortung. Deutschland und andere Industrieländer leben weiterhin weit über die planetaren Grenzen hinaus – und müssen ihren Einfluss nutzen, um den globalen Temperaturanstieg zu begrenzen.
Klimagerechtigkeit
Klimagerechtigkeit bedeutet, die Kosten und Lasten des Klimawandels fair zu verteilen – zwischen Ländern, Generationen und sozialen Gruppen. Die vorherigen Abschnitte haben gezeigt, wer die Klimakrise maßgeblich verursacht hat. Doch wer soll nun für die Bewältigung aufkommen? Drei zentrale Gerechtigkeitsprinzipien stehen im Mittelpunkt der Debatte. Jeder Ansatz wirkt auf den ersten Blick plausibel, wirft aber auch Fragen auf – je nach Perspektive, Interessen und Betroffenheit. Auf internationalen Klimakonferenzen werden diese Prinzipien immer wieder kontrovers diskutiert.
1 Verursacherprinzip – Wer verschmutzt, zahlt
Das Verursacherprinzip besagt, dass Belastungen proportional zur verursachten Menge an Emissionen zu tragen sind. Das heißt: Wer viel verursacht hat, zahlt mehr.
Der Ansatz scheint auf den ersten Blick plausibel, erzeugt aber auch Einwände. Zwei wesentliche Kritiken werden hier kurz andiskutiert.
Kritik 1: „Damals wusste man es nicht“
Ist es fair, heutige Generationen für historische Emissionen verantwortlich zu machen? Vertreter*innen des Prinzips argumentieren:
- Heute wissen wir es besser: Seit Jahrzehnten ist der Zusammenhang zwischen Emissionen und Klimawandel wissenschaftlich belegt und bekannt. Also sollte das Prinzip zumindest für diesen Zeitraum, seitdem wir es besser wissen, Anwendung finden.
Kritik 2: „Warum sollen wir für unsere Vorfahren zahlen?“
Können heutige Generationen für das Handeln längst Verstorbener zur Kasse gebeten werden? Die Antwort der Befürworter*innen:
- Staaten handeln über Generationen hinweg: Verantwortung bleibt bestehen, auch wenn sich die Akteur*innen ändern.
Ein weiterer Ansatz versucht das Dilemma der Verantwortung aufzulösen: das Nutznießerprinzip.
2 Nutznießerprinzip – Wer profitiert hat, zahlt
Das Nutznießerprinzip argumentiert: Auch heute noch profitieren Länder des Globalen Nordens von der frühen Industrialisierung, die den menschengemachten Klimawadel vorangetrieben hat. Das heißt: Wer profitiert hat, soll zahlen. Doch auch hier bleiben Fragen offen.
- Welche Emissionen zählen? Gilt das Prinzip nur für historische Fälle – oder auch für aktuelle Profiteure?
- Reicht bloßer Nutzen als Begründung? Was ist mit Staaten, die zwar profitiert haben, aber heute von Armut betroffen sind? Oder Menschen mit wenig Einkommen, die im Globalen Norden leben und für emissionsintensive Lebensstile aufkommen sollen?
Ein dritter Ansatz blickt in die Gegenwart.
3 Leistungsfähigkeitsprinzip – Wer mehr kann, zahlt mehr
Das Leistungsfähigkeitsprinzip fordert: Wer mehr kann, trägt mehr bei – unabhängig von Verursachung oder Nutzen. Dabei bezieht sich Leistungsfähigkeit nicht nur auf finanzielle Möglichkeiten, sondern auch darauf, durch technische Lösungen, beizutragen. Dieses Prinzip ist weit verbreitet, aber nicht unumstritten:
- Das Prinzip trennt die Frage der Verursachung von der Verantwortung.
- Moralische Debatte: Setzt es voraus, dass Wohlhabende eine Hilfspflicht gegenüber Ärmeren haben?
Gerechtigkeitsideen stehen immer auch in Konkurrenz zueinander. Jeder Ansatz steht für bestimmte Perspektiven und Interessen. Daher gibt es keine einfache Antwort auf die Frage „Was ist gerecht?“. In den Klimaverhandlungen führen weniger die Prinzipien selbst zu Konflikten, sondern die konkrete Höhe der Zahlungen. Die Gerechtigkeitsprinzipien liefern also die Argumentationsgrundlage, doch am Verhandlungstisch zählt vor allem: Wer zahlt wie viel – und unter welchen Bedingungen? Solange diese Frage ungelöst bleibt, dienen die Prinzipien zwar als Kompass, reichen aber nicht aus um Einigungen zu erzielen.
Quizz Klimagerechtigkeit: Testen Sie ihr Wissen
Testen Sie ihr Wissen zu den Gerechtigkeitsansätzen. Die folgenden Aussagen sind fiktive Beispielzitate, die jedoch typische Argumente und Positionen widerspiegeln, wie sie in Debatten und Klimaverhandlungen vorkommen. Ordnen Sie den Aussagen die Prinzipien der Klimagerechtigkeit zu: Verursacherprinzip, Nutznießerprinzip oder Leistungsfähigkeitsprinzip.
Visionen
Wir geben einen Überblick über unterschiedliche Visionen und Philosophien. Manche Ideen wie Kreislaufgesellschaft, Degrowth / Postwachstum oder Buen vivir klingen utopisch – doch gerade das macht sie interessant. Sie fordern uns heraus und stellen bestehende Normen, Handlungsweisen und unser Verhältnis zur Umwelt infrage. Diese Konzepte können Gefühle von Ohnmacht und Überforderung in Hoffnung und Tatkraft verwandeln. Denn sie erinnern uns daran: Es gibt Alternativen.
Fair finanziert – Ideen für Klima und Gerechtigkeit
Die Idee
Seit 2023 müssen große deutsche Unternehmen (ab 1.000 Mitarbeitenden) in ihren globalen Lieferketten auf Menschenrechte und Umwelt achten. Ziel ist es, schwere Verstöße wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Umweltzerstörung zu verhindern oder zu beheben. Unternehmen sollen Risiken prüfen, dokumentieren und gezielt handeln; risikobasiert - zuerst dort, wo es besonders nötig ist. Das Ziel ist nicht, deutsche und europäische Standards in der Welt durchzusetzen, sondern die Unternehmen zu verpflichten, bei konkreten Problemen hinzusehen, zu handeln, und so schrittweise zur Problemlösung beizutragen.
Erfolge
Oxfam und eine Studie der Hans-Böckler Stiftung berichten von der Wirksamkeit des Lieferkettengesetzes:
- Maßnahmen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz werden umgesetzt,
- faire Löhne sind verhandelbarer und die Einbindung von Gewerkschaften ist erfolgt,
- eine verlassene Mine wird renaturiert und ökologische und gesundheitliche Gefahren beseitigt,
- Unternehmen haben neue Managementprozesse eingeführt und Beschwerdemechanismen geschaffen,
- die Kosten für die Unternehmen sind eher gering und die Umsetzung weniger bürokratisch als erwartet.
Was sind Herausforderungen und aktuelle Entwicklungen?
- Der Umweltschutz bleibt nur schwach verankert. Soziale Aspekte werden stärker fokussiert (Menschenrechte, faire Löhne, sichere Arbeitsbedingungen).
- Das Gesetz verändert nicht die strukturellen Ungleichheiten in globalen Handelsbeziehungen, sondern wirkt punktuell und nachgelagert.
- Auf europäischer Ebene wurde 2024 eine Lieferkettenrichtlinie mit stärkerer Umweltkomponente beschlossen, 2025 jedoch unter dem Schlagwort Bürokratieabbau stark abgeschwächt.
- Zivilrechtliche Haftung entfällt: Klagemöglichkeiten für betroffene Personen sind stark eingeschränkt.
- Klimaschutz wurde abgeschwächt.
- Geltungsbereich auf sehr große Unternehmen beschränkt
- Deutschland muss die EU-Richtlinie bis 2028 umsetzen und das Lieferkettengesetz entsprechend anpassen.
Aktuelle Entwicklungen können bei der Initiative Lieferkettengesetz, Oxfam, verdi verfolgt werden.
Die Idee
Auf dem G20-Gipfel 2024 in Brasilien brachte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva einen ehrgeizigen Vorschlag ein: die Einführung einer globalen Milliardärssteuer. Entwickelt vom französischen Ökonomen Gabriel Zucman, sieht das Konzept vor, dass Privatpersonen mit einem Vermögen von über einer Milliarde US-Dollar jährlich mindestens zwei Prozent ihres Nettovermögens versteuern müssen. Diese Abgabe soll nicht nur auf Einkommen, sondern auf das gesamte Vermögen – einschließlich Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und anderer Werte – erhoben werden.
Ziele
Ziel ist es, die wachsende globale Ungleichheit zu verringern und dringende Herausforderungen wie Klimaschutz, Armutsbekämpfung und die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu bewältigen.
Laut Zucmans Berechnungen könnte eine solche Steuer weltweit 200 bis 250 Milliarden US-Dollar pro Jahr einbringen – ein Betrag, der ausreichen würde, um den globalen Hunger zu beenden und gleichzeitig erhebliche Mittel für den Klimaschutz bereitzustellen. Besonders profitieren würden Länder des Globalen Südens, die oft unter hoher Staatsverschuldung leiden und gleichzeitig am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.
Aktueller Stand
Der Vorschlag stieß auf breite Unterstützung bei einigen G20-Mitgliedern, darunter Frankreich, Spanien, Südafrika und die Afrikanische Union. Auch einzelne Superreiche wie die österreichische Erbin Marlene Engelhorn befürworten die Idee öffentlich. Doch trotz der Zustimmung vieler Staaten lehnten unter anderem die USA und Deutschland eine verbindliche Umsetzung ab. Während der G20-Gipfel 2024 immerhin eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Besteuerung von Superreichen und gegen Steuervermeidung verabschiedete, blieb eine konkrete, global verbindliche Regelung aus.
Quellen
Deutsche Welle: Lulas Kampf um Klima, Armut und Vermögenssteuer
Deutschlandfunk Kultur - Superreiche sollen mehr beitragen
Tagesschau: G20 mit Minimalkompromiss bei Vermögenssteuer
Forscher*innen des durch seine Arbeit zur globalen Ungleichheit bekannt gewordenen World Inequality Lab schlagen eine CO₂-Steuer auf Vermögen vor. Diese könnte die klassische Vermögenssteuer ergänzen, indem sie gezielt klimaschädliche Finanzanlagen (z. B. Aktien von Ölkonzernen) besteuert. Die Steuerlast steigt dabei mit dem Vermögen und zwar proportional zum CO₂-Gehalt der Anlagen. Ihr Ziel: Kapital aus fossilen Anlagen umlenken, nicht nur bestrafen.
Im Gegensatz zu konsumbasierten CO₂-Steuern (z. B. auf Benzin) belastet sie einkommensschwache Haushalte kaum, da diese selten Finanzanlagen besitzen. Stattdessen trifft sie vor allem Wohlhabende, die ihr Kapital bewusst in klimafreundliche oder -schädliche Investitionen lenken können.
Laut Berechnungen der Autor*innen würde Deutschland bei einem Steuersatz von 150 € pro Tonne CO₂ etwa 74 Milliarden Euro einnehmen, ein erhebliches Volumen für Klimaschutzmaßnahmen oder soziale Ausgleichsprogramme.
Quelle
World Inequality Lab (2025): Climate Inequality Report. Climate Change: A Capital Challenge. Link zur Webseite.
Handlungsempfehlungen
Musik hat die Kraft, komplexe Themen wie Gerechtigkeit emotional erfahrbar zu machen. Die drei folgenden Songs verbinden historische Ungerechtigkeiten mit heutigen Debatten: Wie gestalten wir unser Leben? Wann geht es auf Kosten von anderen oder der Umwelt? Wer kann handeln und wie entsteht gemeinsam Veränderung? Hören Sie sich die Songs an.
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Reflexionsfragen
- Welche Textzeile gefällt Ihnen? Warum?
- Um welche Themen geht es in den Liedern?
- Welche Gefühle werden in den Songs benannt und welche Gefühle werden bei Ihnen ausgelöst?
- Wie lassen sich die Themen der Lieder auf die Klimakrise und die entstehenden Ungerechtigkeiten übertragen?
- Schreiben Sie einen eigenen Song zum Thema Klima und Gerechtigkeit!
Learnings
- Sehr Wohlhabende verursachen die Klimakrise überproportional, aber auch die obere Hälfte der deutschen Bevölkerung übersteigt die planetaren Grenzen.
- Die Klimakrise trifft einkommensschwache Gruppen und Länder des Globalen Südens am stärksten, da sie sich weniger schützen können.
- Die Mehrheit unterstützt Klimaschutz – aber nur, wenn er fair gestaltet wird.
- Im Globalen Süden wächst die Mittelschicht, was zu steigendem Konsum und Emissionen führt.
- Deutschland trägt besondere Verantwortung für den Klimaschutz.
- Steuern auf Vermögen könnten ein Hebel sein, Klimaschutz zu finanzieren und mehr globale Gerechtigkeit herzustellen.
- Visionen sind Gedankenexperimente und geben Impulse für eine ökologischere und gerechtere Wirtschaftsweise.
Literatur
-
Verwendete Literatur zum Nachschlagen
Faktenwissen
- Chancel, L., Piketty, T., Saez, E., Zucman, G. et al.: World Inequality Report 2022, World Inequality Lab wir2022.wid.world
- Ortiz-Bobea, A., Ault, T.R., Carrillo, C.M. et al. Anthropogenic climate change has slowed global agricultural productivity growth. Nat. Clim. Chang. 11, 306–312 (2021).
- Schüle, S. A., Gabriel, K. M. A., & Bolte, G. (2017). Relationship between neighbourhood socioeconomic position and neighbourhood public green space availability: An environmental inequality analysis in a large German city applying generalized linear models. International Journal of Hygiene and Environmental Health, 220(4), 711–718. https://doi.org/10.1016/j.ijheh.2017.02.006
- Umweltbundesamt (2023): Umweltbewusstsein in Deutschland 2022.
- Umweltbundesamt: Themenseite Umwelt, Gesundheit und soziale Lage
- Auch interessant: Oxfam International in November (2023): Climate Equality: A planet for the 99%. (Englisch summary
- Auch interessant: Mau, S., Lux, T., Westheuser, L. (2023): Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft. Berlin: Suhrkamp.
Kritisch nachgefragt
- Umweltbundesamt (2025): Eckpunkte einer sozialen Umwelt und Klimapolitik: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/eckpunkte-einer-sozialen-umwelt-klimapolitik
- Chancel, L., Piketty, T., Saez, E., Zucman, G. et al.: World Inequality Report 2022, World Inequality Lab wir2022.wid.world
- Oxfam International in November (2023): Climate Equality: A planet for the 99%. (Englisch summary)
- Emissionen China: https://ourworldindata.org/greenhouse-gas-emissions
- Anteil Erneuerbare Energien China: https://ourworldindata.org/grapher/elec-mix-bar?tab=chart&country=~CHN
- Historische Emissionen: https://ourworldindata.org/grapher/cumulative-co2-emissions-region?tab=table
- Umweltbundesamt: Themenseite – Wirtschaft und Umwelt.
- Umweltbundesamt (2025): Green Tech Atlas.
- Umweltbundesamt: Themenseite – Gesellschaftliche Kosten von Umweltbelastungen
Thema - Konsum und Wirtschaftsweise im globalen Kontext
- Grafik – Entwicklung pro Kopf Emissionen in Deutschland.
- Umweltbundesamt (2024): Grenzen des Konsums.
- Deutscher Ethikrat (2024): Stellungnahme – Klimagerechtigkeit.
Thema - Klimagerechtigkeit
- Standford Encyclopedia of Philosophy.
- Unabhängiges Institut für Umweltfragen (UfU) – Klimaethische Prinzipien
- Bundeszentrale für Politische Bildung - Klimaethik
- Deutscher Ethikrat (2024): Stellungnahme – Klimagerechtigkeit.
Thema - Wirtschaft und Konsum neu denken
- UBA (2020): Leitsätze einer Kreislaufwirtschaft.
- Social design lab, Hans Sauer Stiftung (Hg.) (2023): Roadmap to a Circular Society. Ein Co-Design-Projekt zur inhaltlichen und organisatorischen Weiterentwicklung der Circular Society.
- Jaeger-Erben, Melanie & Jensen, Charlotte & Hofmann, Florian & Zwiers, Jakob. (2021). There is no sustainable circular economy without a circular society. Resources Conservation and Recycling. 168. 105476. 10.1016/j.resconrec.2021.105476.
- Degrowth: D’Alisa, G., Demaria, F., Kallis, G. (Hg.) (2016): Degrowth. Handbuch für eine neue Ära. München: oekom.
- Buch-Hansen, H., Koch, M., & Nesterova, I. (2024). Deep transformations. A theory of degrowth. Manchester, England: Manchester University Press. Retrieved Jun 23, 2025, from https://doi.org/10.7765/9781526173287
- UBA (2018): Diskurse zum guten Leben: Analyse ihrer Begriffe, ihrer Akteure und damit verbundener politischer Strategien. Zwischenbericht.
- UBA (2017): Übergang in eine Green Economy: Systemische Hemmnisse und praktische Lösungsansätze.
- Webseite EU-Kommission: Der europäische Grüne Deal. Erster klimaneutraler Kontinent.
- Richter, Katharina (2025): Cosmological limits to growth, affective abundance, and Right fo Nature: Insights from Buen Vivir/sumac kawsay for the cultural politics. In: Ecological economics, 2025.
- UBA (2025): Eckpunkte einer sozialen Umwelt- und Klimapolitik.